'Wwoofen' – weltweit Erfahrungen sammeln auf dem Ökohof
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Die Abkürzung WWOOF steht für World-Wide Opportunities On Organic Farms

23.10.2016 Es ist eine gemeinnützige Bewegung, die 1971 in England entstanden und im Jahr 1987 auch in Deutschland angekommen ist. Das Netzwerk vermittelt Freiwilligen Kontakte zu ökologisch arbeitenden Betrieben in der ganzen Welt. Wwoofing ist eine gute Möglichkeit, in vielen Ländern dieser Welt auf Biobauernhöfen gegen Kost und Logis mitzuarbeiten und so Land und Leute kennenzulernen.

Wie funktioniert es? Eigeninitiative ist gefragt!

Australien, Japan, Nepal - Wwoofen lässt sich weltweit auf über 10.000 Höfen in mehr als 100 Ländern. Wer jedoch lieber in Deutschland bleiben möchte, kann zwischen 480 Ökobetrieben wählen. Auf der Homepage der Dachorganisation gibt es eine Liste aller Länder mit deren eigenen Seiten. Dort finden sich eine kurze Beschreibung der einzelnen Höfe, die Aufgabenbereiche, die Art der Unterbringung und die mögliche Aufenthaltsdauer. Außerdem vermitteln Fotos einen ersten Eindruck vom Hofleben. Für einen geringen Mitgliedsbeitrag, in Deutschland sind es 18 Euro, erhält man auch eine Liste der teilnehmenden Höfe des jeweiligen Landes mit den Kontaktdaten. Dann heißt es anrufen, Fakten abklopfen und einen Termin vereinbaren.

Wer Betriebe im Ausland kennenlernen will, muss erst einen Mitgliedsbeitrag an die WWOOF-Organisation seines Wunschlandes zahlen und kann dann auf die Kontaktdaten der Höfe zugreifen. Die Anreise zu dem jeweiligen Hof organisieren die Freiwilligen selbst. Hier erkundigt man sich am besten bei den Hofbesitzenden über Anreisemöglichkeiten.

Neben spannenden landwirtschaftlichen Tätigkeiten, haben die Freiwilligen die Möglichkeit unterschiedliche Kulturen, Sprachen und andere Fähigkeiten zu erlernen.

Für wen ist wwoofen geeignet?

Wwoofen können Menschen jeden Alters. Ob als Auszeit vom Job oder Studium oder direkt nach dem Schulabschluss - Wwoofen ist eine einzigartige Chance, etwas Praktisches zu machen, das Berufsbild einer Landwirtin oder eines Landwirts genauer kennen zu lernen und Auslandserfahrung zu sammeln. Im Vergleich zum Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), bei dem man sich für ein Jahr lang festlegt, kann man beim Wwoofen von Hof zu Hof ziehen und viele verschiedene Dinge ausprobieren. Spezielle Vorkenntnisse sind dazu nicht erforderlich, aber man sollte offen für Neues sein.

Neuland betreten

"Das Interesse, neue Menschen kennenzulernen und sich auf einen komplett anderen Alltag einzulassen, finde ich sehr wichtig. Dazu gehört Offenheit, eben nicht nur für Menschen, sondern auch für Aufgaben, von denen man nie gedacht hätte, sie jemals zu tun. In meinem Fall war das, Ziegen von Hand zu melken", erklärt Patrick Truppel. Der Vorstand von WWOOF-Deutschland findet kommunikative Fähigkeiten wichtiger als körperliche Fitness. "Wie im wahren Leben dreht sich beim Wwoofen viel um Kommunikation. Wer seine eigenen Bedürfnisse mitteilen und die der anderen wahrnehmen kann, wird nicht nur eine tolle WWOOF-Erfahrung haben, sondern auch etwas für den weiteren Lebensweg mitnehmen. Das ist eben auch ein soziales Lernfeld."

Landluft schnuppern geht schon ab drei Tagen

Aber Achtung: Über WWOOF Deutschland sind die freiwilligen Helferinnen und Helfer nicht versichert. Einige Versicherungen haben einen Basis-Kranken-, Unfall- und Haftpflichtschutz für Aufenthalte auf WWOOF-Höfen. Patrick Truppel rät: "Bevor es losgeht, sollten sich die Abenteuerlustigen, Gedanken machen, was sie von ihrem Aufenthalt erwarten und warum sie zu einem bestimmten Hof möchten. Idealerweise sollten sie das den Hofleuten gleich mitteilen." Das Leben auf dem Hof lässt sich auch testen. In Deutschland bieten einige Höfe, neben den alltäglichen Aufgaben, selbst organisierte Projekte extra für Wwooferinnen und Wwoofer an. Die Projekte dauern zwischen drei und vierzehn Tagen: eine Holzhütte bauen, einen Gemüsegarten gestalten oder einmal Schäferin oder Schäfer sein – vieles ist möglich. Details zu den Projekten stehen im aktuellen Hofprojektkalender.

Und bei Problemen?

Am besten ist es, vor der Anreise mit den Hofleuten zu telefonieren. Dabei lässt sich heraushören, ob ein menschlicher Draht da ist. Sollte man im Verlauf des Aufenthaltes doch unzufrieden sein, hilft nur reden und klären: "Nur wenn die Landwirtinnen und Landwirte wissen, wo dein Interesse an dem jeweiligen Hof liegt und welche Erwartungen du von einem WWOOF-Aufenthalt hast, können gemeinsam passende Aufgaben herausgesucht werden", so Truppel. Generell gilt: Wwoofen ist bedingungslos freiwillig. Da es keinen Arbeitsvertrag gibt, muss man nicht "auf Teufel komm raus etwas durchziehen". Umgekehrt können natürlich auch die Hofleute ihre Helferinnen und Helfer bitten, zu gehen. Das ist aber eher die Ausnahme. Patrick Truppel träumt schon wieder vom nächsten Trip: "Italien hat ein hervorragendes Netzwerk geschaffen, bei denen sich viele Hofleute auch persönlich kennen, weshalb eine Art Familie entsteht. Die Landschaft ist schön, die Leute sehr freundlich und die WWOOF-Höfe sind top vernetzt, da würde ich gern einmal ausgelassen wwoofen!"
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © pixabay
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