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Wusstest Du schon, dass Weizen dick, dumm und auch noch krank machen soll?


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Abbildung dass Weizen dick, dumm und auch noch krank machen soll? Literatur aus den USA kommt zu der Annahme, dass weizen- und getreidehaltige Lebensmittel ungesund sein könnten.

Manche Menschen bekommen Magen-Darm-Probleme, wenn Sie Brot, Pasta oder Pizza essen. Obwohl sie weder an Zöliakie (Gluten-Unverträglichkeit), noch eine Weizenallergie haben. Trotzdem geht es diesen Personen besser, wenn sie Weizen und Getreide von ihrem Speiseplan streichen.

Was können die Gründe sein?

Die Forscher hatten zunächst das Gluten in Verdacht: Gluten ist ein Klebereiweiß, das beim Getreide dafür sorgt, dass der Teig elastisch wird. (Daher brauchen Nudeln aus Hartweizen zusätzlich keine Eier um den Teig zu binden.)

Eine andere Proteingruppe, die sogenannten Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATIs), sind natürliche Bestandteile des Weizens und halten Schädlinge vom Fressen ab. Sie können auch entzündliche Prozesse im menschlichen Körper verstärken.

Eine andere Arbeitsgruppe entwickelte schließlich die Hypothese, dass verschiedene Zuckerarten, sogenannte Fodmaps, die Beschwerden bei der Verdauung auslösen können. Fodmaps ist eine Abkürzung für verschiedene Zucker, bekannt sind Fruktose, Laktose, aber noch viel andere Zuckerarten. Manche Patienten vertragen diese Zucker nicht so gut, denn sie werden nicht vollständig im Dünndarm aufgenommen bzw. gespalten, und gelangen somit in den Dickdarm. Dort vergären die Bakterien die Zuckerarten und es kommt zu Gasbildung und auch zu osmotischen Durchfällen.

Eine weitere Hypothese liegt in der veränderten Technik in der konventionellen Backindustrie: früher wurde eine ganz lange Teigführung gemacht, der Teig lange geknetet, lange ruhen gelassen, dann hat sich die Hefe mit seinem Enzymen entwickeln können und die Inhaltsstoffe des Weizenmehls wurden umgewandelt. Heute ist der Teig innerhalb weniger Stunden fertig, durch den Zusatz von Enzymen, Ascorbinsäuren, Emulgatoren. Bei heutiger Teigherstellung wird anstelle der Hefe eine Amylase aus Schimmelpilzkulturen verwendet, die eine weitaus größere Aktivität besitzt. Diese Amylase hat eine andere Eiweißstruktur, als die aus der Hefe. Das Eiweiß dieser Amylase ist aber nach dem Backprozess noch im Teig vorhanden! Nach dem Lebensmittelrecht braucht diese Zutat der Amylase aus Schimmelpilzkulturen nicht deklariert werden, da diese im Endprodukt keine technologische Wirkung mehr ausübt, d. h. sie hat vor dem Backen ihre Schuldigkeit getan. Für Backwaren nach Demeter, Bio- und Naturland-Richtlinien ist diese „Fremd-Amylase“ nicht zugelassen!

Ob jemand die Fodmaps oder die ATIs nicht verträgt, können Mediziner schwer feststellen, denn einfache Diagnose-Verfahren gibt es bislang nicht.

Tipp der Wissenschaft: Menschen mit Weizensensitivität haben nur eine Möglichkeit: eine Zeitlang komplett auf Weizen verzichten, ebenso auf alle Lebensmittel mit hohem Fodmap-Gehalt. Zwei bis drei Wochen sollten sie diesen Ernährungsplan einhalten. Nur so können sie feststellen, ob die Beschwerden besser werden. Danach können sie mit kleinen Portionen Brot, Pasta und Fodmap-haltigen Lebensmitteln wieder ausprobieren, wie viel sie von den problematischen Stoffen vertragen. Da jeder Mensch unterschiedlich viel verträgt, muss auch jeder seine persönliche Verträglichkeit selbst herausfinden. Keine einfache Lösung, aber die einzige.

Quelle:
http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/essen-192.html


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