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Wusstest Du schon, dass in Apulien im großen Stil auch sehr alte Olivenbäume gefällt werden müssen?


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Abbildung dass in Apulien im großen Stil auch sehr alte Olivenbäume gefällt werden müssen? Ein kleines Bakterium sorgt in der Provinz Lecce im Stiefelabsatz Süditaliens für eine ökologische Katastrophe. Das Feuerbakterium (Xylella fastidiosa) ist von Amerika aus nach Apulien eingewandert und hat hunderttausende Olivenbäume befallen. Seit dem Ausbruch der Krankheit 2013 hat sich die betroffene Fläche auf 230.000 Hektar vergrößert. Bis zu einer Million Olivenbäume sollen nun – nach der EU, beziehungsweise deren Pflanzenquarantäne-Richtlinie – gefällt werden, um eine weitere Verbreitung des Killerbakteriums zu verhindern. Dieses wird von blattsaugenden Zikaden verbreitet. Eine 15 Kilometer breite Pufferzone quer durch Süditalien soll geschlagen werden.

Die Feuerbabakterien vermehren sich in den Leitbahnen der Bäume so vehement, dass sie die Wassertransportadern im Holz verstopfen, und die Bäume sterben binnen Monaten langsam durch Vertrocknung ab.

Xylella fastidiosa ist in den USA und Lateinamerika schon länger als Pflanzenschädling gefürchtet. In Europa kam das Bakterium bisher nicht vor. Genstudien zufolge wurde es vor einigen Jahren nach Süditalien eingeschleppt. Dort fand es in Olivenbäumen einen passenden Wirt. Xylella bedroht nicht nur Olivenbäume, sondern auch viele andere Nutzpflanzen wie Wein und Zitrusbäume oder Zierpflanzen wie Oleander. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) erklärte Xylella im Januar zu einem großen Risiko für die gesamte EU.

Die Bekämpfung von Xylella verlief bisher in Apulien so schleppend, dass sich die Regierung in Rom auf Druck der EU hin genötigt sah, einen Sonderkommissar des Zivilschutzes zu berufen, der die Notfall-Maßnahmen koordinieren und durchsetzen soll. Dazu gehören nicht nur das angeordnete Fällen und Verbrennen jedes Baumes mit Krankheitsanzeichen, sondern auch das Mulchen des Unterwuchses der Olivenhaine und der Einsatz von Pestiziden, um den Zikaden als Bakterienüberträger den Garaus zu machen.

Vermutlich ist das Roden der Bäume nicht die Lösung, denn Studien in den USA haben gezeigt: wenn Xylella einmal in einer Region aufgetreten ist, setzt sich das Bakterium fest und kann gar nicht mehr ausgerottet werden. Die Bauern müssen lernen, mit Xylella zu leben.

Eine schlechte Ernte und Xylella lassen in Italien die Olivenölpreise explodieren. Laut Internationalem Olivenrat (IOC) sind die Preise für Öl der besten Güteklasse "extra vergine" im vergangenen Jahr um 84 Prozent gestiegen.

Quellen:
http://www1.wdr.de/themen/wissen/apulien-olivenbaeume-krank-100.html
http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/150417a.html
http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/europamagazin/sendung/swr/italien-olivenbaum-sterben-100.html

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