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Wusstest Du schon, dass Honig als Naturprodukt, Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) enthalten kann und diese nicht gekennzeichnet werden müssen?


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Abbildung dass Honig als Naturprodukt, Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) enthalten kann und diese nicht gekennzeichnet werden müssen? Der Verbraucher erwartet beim Erwerb eines Naturproduktes ein unverfälschtes Lebensmittel. Entsprechend den rechtlichen Vorgaben (EU-Richtlinie 2001/110/EG und deutsche Honigverordnung) darf dem Honig nichts hinzugefügt und nichts entzogen werden. Die Bienen sammeln entweder Blütennektar (für sog. Blütenhonig), andere Sekrete von lebenden Pflanzenteilen oder Exkrete von an Pflanzen saugenden Insekten (für sog. Honigtauhonig), die sich auf den lebenden Pflanzenteilen befinden. Diese Säfte werden von den Tieren durch Kombination mit eigenen spezifischen Stoffen umgewandelt, einlagert, entwässert und in Waben gespeichert.

Auch gibt es Honig mit der Zusatzbezeichnung „Bio“, wo sich der Imker an die geltenden ökologischen Regelungen halten muss, z. B. den notwendigen Abstand des Bienenstocks zu einem Feld mit zugelassenen GVO-Pflanzen.

Der Hauptbestandteil des Honigs sind Fruchtzucker und Traubenzucker, wobei sie im Blütenhonig zu 70 bis 80 % und in Honigtauhonig zu 50 bis 65 % enthalten sind. Dazu kommt noch ein durchschnittlicher Anteil von 17 % Wasser und andere Zucker, sowie Enzyme. Infolge seines hohen Zucker- und niedrigen Wassergehaltes ist Honig in der Regel lange haltbar.

Durch die Sammeltätigkeit der Bienen gelangen mit dem Blütennektar auch die Pollen der angeflogenen Blüten in den Honig. Im Endprodukt sind sie als wasserunlösliche Bestandteile mit praktisch 0,05 % enthalten. Durch die Analyse der im Honig enthaltenen Pollen wird die Richtigkeit der botanischen und geographischen Herkunft festgestellt.

Am 16.04.2014 hat das Europäische Parlament beschlossen, dass Honig ein Naturprodukt ist und bleibt, und Pollen ein natürlicher Bestandteil von Honig ist. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wenn nicht der Europäische Gerichtshof zuvor Pollen im Honig als Zutat zum Honig definiert hätte. (Definitionsgemäß werden „Zutaten“ einem Lebensmittel absichtlich zugefügt!).

Diese Richtigstellung durch das Parlament hat aber auch einen Einfluss auf die Kennzeichnung von Pollen von zugelassenen gentechnisch veränderten __Pflanzen(GVO) im Honig: sind in einem Lebensmittel mehr als 0,9% (Schwellenwert) Bestandteile aus gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten, muss dieser Umstand in der Kennzeichnung deklariert werden. Nun hat aber der Honig von Natur aus praktisch nicht mehr als einen 0,05 % Pollenanteil,- folglich muss keine dementsprechende Kennzeichnung erfolgen, wie „enthält gentechnisch veränderte Pollen“.

Im Bio-Honig dürfen dennoch keine derartigen Pollen vorhanden sein.

Sind dagegen Pollen im Honig enthalten, die von nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen stammen, ist dieser Honig nicht verkehrsfähig, denn es gilt hier weiterhin die Nulltoleranz.


Quellen:

Honigverordnung vom 16.01.2004 (BGBl. I S.92), zuletzt geändert durch Artikel 9 der Verordnung vom 08.08.2007 BGBl. I S. 1816)

Monatsartikel des Bundesverbandes der Lebensmittelchemiker (BLC): http://www.lebensmittel.org

Europäisches Parlament: Abstimmung zur Änderung der Richtlinie 2001/110/EG des Rates über Honig am 16.04.2014

Verordnung (EG) Nr. 1830/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2003 über die Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung von genetisch veränderten Organismen und über die Rückverfolgbarkeit von aus genetisch veränderten Organismen hergestellten Lebensmitteln und Futtermitteln sowie zur Änderung der Richtlinie 2001/18/EG


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