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Wusstest Du schon, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen Metall- und Glaskonserven gibt?


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Abbildung dass es einen qualitativen Unterschied zwischen Metall- und Glaskonserven gibt? Eine Konserve verhindert, dass Lebensmittel schnell verderben oder ranzig werden, wenn sie zuerst damit befüllt, hermetisch abgeschlossen und dann hitzesterilisiert wird. Dadurch ist das Füllgut mindestens drei Jahre haltbar. Auf die Dauer auch noch länger genießbar, aber der Geschmack und weitere sensorische Eigenschaften lassen nach, da enzymatische Abbauprozesse auch in einer Konserve langsam erfolgen.

Vor über 200 Jahren wurden die Konserven aus Metall in England erfunden. Zunächst wurden diese Dosen gelötet, d. h. der Doseninhalt enthielt durch das Lot Blei, was zu tödlichen Vergiftungen geführt haben soll, wenn die Konsumenten nur auf diese Art der Verpflegung angewiesen waren. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden noch Kondensmilch-Dosen in der Deckelmitte mit Bleilot versehen,- wenn der Inhalt klapperte war ein Tropfen Lot in das Füllgut gelangt, der lebensmittelrechtlich wegen seiner Bleilässigkeit nicht akzeptiert werden konnte.

Um das Füllgut vor Metallübergängen, d. h. vor Korrosion zu schützen, wurde das Weißblech verzinnt und die Naht verschweißt. Nun ergab sich bei sauren Füllgütern das Problem, dass Zinn aus der Doseninnenwand heraus gelöst wurde, was eigentlich unerwünscht war und dementsprechend mit einem Grenzwert für Zinn 200 mg pro kg Lebensmittel belegt wurde.

Für Spargel hatte dieser Übergang jedoch den technologischen Effekt, dass dieser sich nicht nach der Sterilisation verdunkelte, sondern bleich blieb. (Daher gibt es noch heute, nur für Spargel, den Zusatzstoff E 512 (Zinn II-Chlorid) von einer Höchstgrenze von 25 mg Zinn/kg Lebensmittel) Um das Problem mit den unerwünschten Metall- Übergängen auf das Lebensmittel in den Griff zu bekommen, wurde nun der Doseninnenmantel lackiert. Für bestimmte Produkte, wie Champignons und Spargel, erfolgte noch eine teilweise Lackierung, um weiterhin einen Bleicheffekt nach der Sterilisation zu erzielen. Auch durfte das Füllgut in solchen geöffneten Dosen wegen des vermehrten Zinnübergangs auf das Lebensmittel nicht mehr darin aufbewahrt werden.

Inzwischen wird die Dose in den meisten Fällen der Anwendung ganz mit einem Lack innen beschichtet. Lacke sind aber Kunstoffe, die den ganzen Anforderungen der Beanspruchung der Dose angepasst sein müssen, wie die Elastizität des Deckels, z. B. bei Ring-Pull-Öffnung. Dabei ist der Deckel beim Öffnen der Dose einer enormen Spannung ausgesetzt und der darauf anhaftende Lack darf dabei nicht zerbröseln und in das Lebensmittel fallen. Somit muss diesem Lack auch entsprechende Weichmacher zugesetzt werden, um die Elastizität zu erhalten. Lacke können Spuren etwa von BADGE (Bisphenole A-diglyceriddylether) bei PVC-Dispersionslacken oder Bisphenol A (BPA) in Epoxidharzen für Innenbeschichtung, Grundstoffe zur Herstellung von Kunststoffen und Kunstharzen, die eine östrogenähnliche Wirkung haben, in den Lebensmitteln hinterlassen. BPA reagiert mit dem Lebensmittel aus der Innenbeschichtung bei höheren Temperaturen, z. B. bei der Sterilisation und hat dabei auch eine Wirkung, die den Bräunungsprozess verringert.

Frankreich hat inzwischen die Innenbeschichtung von Dosen mit BPA-haltigen Lacken verboten, was auch seit Jahren in Japan der Fall ist.

Im Gegensatz zu Metall, ist Glas inert und somit die eigentliche bessere Alternative zur Metalldose, wenn der notwendige Metalldeckel mit seiner Dichtungsmasse nicht wäre. Die Dichtungsmasse, die Deckel mit dem Glasrand verbindet, muss viele Eigenschaften erfüllen, damit das Glas eine sichere Konserve ist, d. h. der hohe Standard für die mikrobiologische Sicherheit der Lebensmittel muss gewährleistet sein.

„Am 31. Juli 2003 hat das BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), auf der Grundlage von Informationen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), über das Vorkommen von Semicarbazid (SEM) als Verunreinigung in verschiedenen Lebensmitteln informiert. Den Lebensmitteln war gemeinsam, dass sie in Gläsern oder Flaschen angeboten wurden. Erste Untersuchungsergebnisse von Lebensmittelherstellern bezifferten den Gehalt an Semicarbazid auf bis zu 15 μg/kg Lebensmittel.

Als eine mögliche Quelle für Semicarbazid wurde das Treibmittel Azodicarbonamid genannt, das bei der Herstellung von Verschlüssen für Flaschen und Gläser für Lebensmittel zum Aufschäumen von Dichtungsmassen verwendet wird. 2005 wurde diese Anwendung zu Dichtungsmassen verboten.

Auch werden PVC-haltige (Polyvinylchlorid) Dichtungsmassen eingesetzt, die vor allem als Weichmacher Phthalate oder epoxidiertes Sojaöl (Esbo) enthalten. Hier ist besonders bei fetthaltigen Lebensmitteln ein Übergang der schädlichen Weichmacher auf das Lebensmittel festzustellen.

Seit neuer Zeit gibt es aber Dichtungsmassen aus thermoplastischen Elastomeren (TPE) die PVC-frei und auch kontaminationsfrei sind, z. B. Provalin® und die auch problemlos bei fetthaltigen Lebensmitteln eingesetzt werden können.

Quellen:
VO (EU) Nr. 10/ 2011 „über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen“.

Weblinks:
www.cvuas.de, www.report.de, www.taz.de, www.ages.at, www.packaktuell.ch, www.bfr.bund.de, www.efsa.europa.eu, www.ecoaid.de

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