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Wusstest Du schon, dass Bisphenol A in Babyfläschen seit 2014 EU-weit verboten ist, jedoch noch bei uns in vielen Kunststoffen enthalten ist?


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Abbildung dass Bisphenol A in Babyfläschen seit 2014 EU-weit verboten ist, jedoch noch bei uns in vielen Kunststoffen enthalten ist? Aus BAP enthaltenden Kunststoffen, insbesondere aus Polykarbonat (transparent) und Epoxidharz, werden zahlreiche Gegenstände des täglichen Gebrauchs mit direktem Kontakt zu Lebensmitteln und Getränken hergestellt. Aus Epoxidharzen werden Beschichtungen für metallische Behälter ebenfalls für Lebensmittel wie Konservendosen und für Getränkebehälter und Wasserkocher hergestellt. Außerdem verwendet man Epoxidharze für Lacke, Farben und Klebstoffe.

Wärme oder Aufheizen, Säuren sowie Laugen begünstigen das Freisetzen von BAP aus dem Polymer. Kochendes Wasser beschleunigt die Rate auf das 55-fache. Die Freisetzung kann auch bei zu warmer Lagerung von in Polykarbonat-Flaschen abgefülltem Trinkwasser in heißen Gegenden, bei der Speisenzubereitung in Behältern aus Polykarbonat und nachfolgendem heißem Abwaschen erfolgen. Trübwerden des ansonsten klaren Materials (ohne Kratzer) ist ein Hinweis der Extraktion von Inhaltsstoffen aus dem Kunststoff. Geschirr aus Polykarbonat, auch Mixbecher von Mixern sollen deshalb nicht in der Geschirrspülmaschine gewaschen werden, da bei Herauslösen von BAP das gesamte Spülwasser und damit verbunden das gesamte sonstige zu reinigende Geschirr damit verunreinigt wird. Behälter aus Polykarbonat sollen, um die BAP-Belastung der Speisen zu verringern, kurz vor der Verwendung extra noch einmal kalt gespült werden.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Januar 2015 ein neues Gutachten zur Bewertung der gesundheitlichen Risiken von Bisphenol A (BPA) in Lebensmitteln und aus anderen Expositionsquellen (z. B. Thermopapier) veröffentlicht. Darin kommen die Sachverständigen der EFSA zu dem Schluss, dass BPA nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und bei der derzeitigen Verbraucherexposition für keine Altersgruppe ein Gesundheitsrisiko darstellt. Dies gilt auch für ungeborene Kinder, Kleinkinder und Jugendliche. Jedoch wurde der Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von BPA auf 4 μg/kg KG/Tag deutlich herabgesetzt.

Die französische Zeitung Le Monde stellte fest, in Sachen BAP sei folgende "Kluft überdeutlich": zwischen den Forschungsresultaten einerseits und dem Verhalten der großen Aufsichtsbehörden wie EFSA in Europa und FDA in den USA andererseits. Zwischen 1996 und 2014 seien mehrere tausend wissenschaftliche Arbeiten zur BPA erschienen, die meisten von ihnen würden Verbindungen zwischen der Chemikalie und einer Vielzahl von Krankheiten - Diabetes Typ 2, Übergewicht, Unfruchtbarkeit, Prostatakrebs u.a. - feststellen oder bestätigen. Aber die genannten Aufsichtsbehörden würden sich bislang gegen diese vorherrschende wissenschaftliche Meinung versperren. Frankreich sei hier ein echtes Vorbild und hat ab Mitte 2015 per Gesetz BAP für sämtliche Lebensmittelverpackungen verboten.

Übrigens wollte man um 1935 Bisphenol A als Substanz mit schwacher östrogener Wirkung zur Hormontherapie nutzen.

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bisphenol_A
http://www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/bisphenol-a-frankreich-verbietet-giftstoff-in-verpackungen/7234922.html
http://www.bfr.bund.de/cm/343/kein-gesundheitsrisiko-fuer-verbraucher-durch-bisphenol-a-exposition-bfr-unterstuetzt-die-einschaetzung-der-efsa-neubewertung.pdf

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