Schülerfirmen: Pausensnacks in Bio-Qualität
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Immer mehr Schülerfirmen bieten ihren Mitschülerinnen und Mitschülern im eigenen Schulkiosk gesunde Pausensnacks in Bioqualität an

22.10.2016 Das Angebot reicht vom frischen Biosmoothie über Biogemüse aus dem Schulgarten bis hin zu leckeren Sandwiches. "Gerade in den höheren Klassen ist das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung vorhanden", so Hilde Hammermann, die den Schülerladen EcoServ vom Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen betreut. Dies zeigt auch das bundesweite Netzwerk für nachhaltige Schülerfirmen, die NaSch-Community. Anfang 2016 waren auf der Plattform 26 von 80 registrierten Schülerfirmen im Bereich gesunde Ernährung aktiv.

Erfolgskriterien für Schülerfirmen

Manche Schülerfirmen erweitern ihre Zielgruppe, indem sie zusätzlich ein eigenes Catering betreiben. "Mit dem Catering haben wir eine sichere Einnahmequelle, denn unser Bioladen kämpft mit der Konkurrenz durch Supermärkte und Kiosks in der Umgebung", betont Michael Väth. Er ist einer der verantwortlichen Lehrkräfte von der Schülerfirma ProBio der Schultze-Delitzsch-Schule in Wiesbaden. "Die Schülerinnen und Schüler holen sich in ihren Pausen dann doch gerne mal eine fettige Currywurst, da können wir leider nicht mithalten." Das Problem der Konkurrenz kennt auch Birgit Eschenlohr, die seit 2013 Schülerfirmen im Rahmen des BUND-Projekts McMöhre betreut. Sie empfiehlt daher eine umfassende Marktanalyse, bevor sich die Schülerfirma für eine Produktauswahl entscheidet. "Schülerumfragen helfen dabei, das Angebot zielgruppengerecht zu gestalten, das richtige Preisniveau zu finden und "nebenbei" schon einmal Werbung für das neue Angebot zu machen."

Darüber hinaus können folgende Tipps helfen, erfolgreich eine Schülerfirma zu gründen:

Motivierte Betreuungspersonen: Wenn die Schulleitung einverstanden ist, braucht es ein bis zwei engagierte Lehrkräfte bzw. Schulsozialarbeitende. Über die NaSch-Community erhalten sie beispielsweise Praxismaterialien zum Aufbau und Betrieb von Schülerfirmen. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn die Eltern- und Schülervertreterinnen und -vertreter früh eingebunden werden.

Für Bioprodukte sensibilisieren: Projekttage oder ein Besuch auf dem Bauernhof können Schülerinnen und Schüler für Bioprodukte sensibilisieren. Die Jugendlichen sind dann eher bereit die Produkte zu kaufen.

Einfallsreiches Marketing: Jede Art von Verkauf braucht einfallsreiches Marketing. Dabei sollten Schülerfirmen auch die Lehrkräfte im Blick haben. "Unsere Schülerinnen und Schüler haben beispielweise einen Kühlschrank im Lehrerzimmer installiert", so Michael Väth, verantwortlicher Lehrer der Schülerfirma ProBio. "Die Umsätze gingen sofort nach oben!"

Kooperationen eingehen: Welche Partner oder Projekte lassen sich einbinden? Gibt es einen Schulgarten, in dem "schultaugliche" Sorten (früh- und/oder spätreife Sorten) angebaut werden können? Können überschüssige Lebensmittel von einer solidarischen Landwirtschaft bezogen werden? Die Schülerfirma "Fair World Café" des Ökumenischen Domgymnasiums Magdeburg vermarktet beispielsweise den Honig der eigenen Schulimkerei.

Den Überblick behalten: Von Anfang an ist es wichtig, ordentlich Buch zu führen. Was wurde weggeschmissen oder sogar verschenkt? Warum ist an bestimmten Tagen der Absatz eingebrochen. Waren vielleicht bestimmte Klassen nicht da?

Je nach Schulstruktur lassen sich Schülerfirmen entweder in den Unterricht integrieren oder sie finden außerhalb des Lehrplans statt. Eine Studie der Freien Universität Berlin zeigte, dass Schülerfirmen hauptsächlich in Haupt- und Förderschulen sowie in Realschulen existieren und seltener in Gymnasien. "An vielen Gymnasien fehlen geeignete Küchen und fächerübergreifende Angebote wie in Realschulen das Fach Mensch und Umwelt", so McMöhre Verantwortliche Eschenlohr. Dennoch sieht sie auch in Gymnasien Anknüpfunkte für Schülerfirmen: "In Baden-Württemberg wird zum Schuljahr 2016/2017 das Pflichtfach Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung eingeführt. Hier ergeben sich wunderbare Anknüpfungspunkte, um Schülerfirmen ins Leben zu rufen“. Dass Schülerfirmen in Gymnasien schon jetzt funktionieren, zeigt die "Fair World Company" aus Magdeburg. Hier verkaufen die Jugendlichen in ihrem Weltcafé in der Nachmittagspause Biosandwiches. "Der Ansturm auf die Sandwiches ist riesig. Eigentlich bräuchten wir mehr helfende Hände", so Frank Cüper, betreuender Lehrer der Schülerfirma.

Durch Schülerfirmen Talente entdecken

In den verschiedenen Abteilungen einer Schülerfirma wie Marketing und Verkauf erwerben die Jugendlichen wertvolle persönliche, soziale und fachliche Kompetenzen. Das kommt bei zukünftigen Arbeitgebern gut an: Wer schon Erfahrungen in einer Schülerfirma gesammelt hat, beweist Verlässlichkeit, Organisationstalent, Teamgeist und kann offenbar gut mit Kundinnen und Kunden umgehen. Folglich steht bei Schülerfirmen nicht der Gewinn sondern die Pädagogik an oberster Stelle.
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © pixabay
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