Naturland zum Welternährungstag am 16. Oktober
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Die genetische Grundlage unserer Ernährung ist in Gefahr

16.10.2016 Zum Tag der Welternährung am 16. Oktober macht Naturland auf die Bedeutung der Kleinbauern zur Ernährungssicherung aufmerksam. Auch der gerade erschienene Welthunger-Index 2016 setzt auf die nachhaltige Steigerung der Produktivität von Kleinbauern. Der freie Zugang zu Saatgut und Sortenvielfalt ist dabei eine Voraussetzung – was aber jetzt mit der Übernahme von Monsanto durch Bayer passiert, ist genau das Gegenteil.

„Die Macht der Saatgut- und Pestizidkonzerne bedroht schon heute die genetische Grundlage unsere Ernährung“, warnt der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester anlässlich des Welternährungstags. Eine große genetische Bandbreite ist jedoch wichtig, damit sich Kulturpflanzen an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen können. Genau das fordern auch die Nachhaltigkeitsziele, denen sich Deutschland verpflichtet hat.

Nachhaltigkeitsziele fordern genetische Vielfalt im Kampf gegen Hunger

Vor gut einem Jahr sind auf dem Sondergipfel der Vereinten Nationen die „Sustainable Development Goals“ (SDGs) verabschiedet worden. Im Nachhaltigkeitsziel 2 geht es darum, den Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung zu erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern. Explizit wird darin gefordert, die genetische Vielfalt von Saatgut und Kulturpflanzen sowie Nutz- und Haustieren zu bewahren und auch den Zugang dazu zu sichern. Mit der Fusion von Bayer und Monsanto entsteht dagegen ein Megakonzern, der weltweit fast ein Drittel des Saatgutes kontrollieren wird.

Kleinbauern bei der ökologischen Intensivierung unterstützen

Der Öko-Landbau setzt auf autarke, standortgerechte Anbausysteme. Angepasste Lösungen sind vielfältig und leben von einer Vielfalt an lokalen Sorten, die an Klima und Umwelt angepasst sind und Kleinbauern gute Erträge sichern. Ein gutes Beispiel dafür findet man in Peru, auf über 3.500 Metern Höhe. Die Naturland Kleinbauernkooperative Agropia kultiviert über 400 verschiedene Kartoffelsorten, die gute und sichere Erträge trotz der schwierigen lokalen Bedingungen bringen.

Das Modell Bayer-Monsanto hingegen setzt auf patentiertes Hochleistungssaatgut im Kombipaket mit Kunstdünger und Pestiziden, für das nicht nur die Bauern teuer bezahlen. „Wenn Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf Bayer setzt, dann macht er den Bock zum Gärtner“, kommentiert Hohenester. Schmidt hatte die Übernahme begrüßt und die feste Erwartung geäußert, dass Bayer seine Nachhaltigkeitsstrategie auch auf die neuen Unternehmensteile übertragen werde.
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Quellen:
Naturland - Verband für ökologischen Landbau e.V.
Bild: © pixabay
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