Nachhaltige Weihnachten – so feiert man ein grünes Fest

Weihnachten ökologisch, nachhaltig, fair

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass der ursprüngliche Sinn von Weihnachten nicht mehr im Vordergrund steht.

Und immer mehr denken darüber nach, dem Fest einen ökologischen Sinn zu geben.

Was man tun kann, um Weihnachten nachhaltig zu gestalten, das haben wir in unserer aktuellen Aktionswoche für euch zusammengestellt:


Der nachhaltige Weihnachtsbaum - geht das überhaupt?

Bei den meisten Baumverkaufsstellen stammen die Bäume aus Skandinavien, Osteuropa oder Irland. Sie haben also schon eine lange Reise hinter sich, bis sie in unseren Wohnzimmern stehen. Außerdem werden bei der Aufzucht häufig Gifte und Dünger eingesetzt – das belastet Böden, Grundwasser, Flüsse und Seen. Diese Alternativen gibt es:

• Am ökologischsten ist es, keinen Baum aufzustellen.
   Ressourcen schonend ist zum Beispiel die Rückkehr zum
   christlichen Gabenbaum. Hierzu nimmt man Äste, die etwa
   beim Zurückschneiden im Garten anfallen, und verwandelt
   sie mit der richtigen Dekoration in einen festlichen
   Weihnachtsbaum.
• Baumkauf bei einer der anerkannten ökologischen
   Weihnachtsbaumkulturen, die auf mineralische Düngung und
   Pestizide verzichten. Bei Organisationen wie Robin Wood kann
   man sich informieren, wo es diese Verkaufsstellen gibt.
• Bei nahegelegenen Forstbetrieben nachfragen, die häufig
   Weihnachtsbäume direkt verkaufen. Oft kann man seinen Baum
   selbst aussuchen und schlagen, was für Kinder ein schönes
   Erlebnis ist.
• Beim Schmücken auf Plastikschmuck, Schnee- und Glitzersprays
   und Lametta verzichten und stattdessen natürlichen
   Weihnachtsschmuck anbringen. Zapfen von Nadelbäumen,
   leuchtend rote Hagebutten, Walnüsse oder getrocknete Äpfel
   eignen sich besonders gut und sehen schön aus. Wer gerne
   bastelt, stellt Strohsterne her, backt Salzteigfiguren oder bindet
   bunte Wollbänder an den Baum. LED-Lichterketten sparen Strom
   und spenden warmes und gemütliches Licht.

Übrigens: Plastikbäume vom Discounter sind ebenfalls keine besonders ökologische Option, denn sie sind zwar lange haltbar und ersetzen den jährlichen Lebend-Baum-Kauf. Doch sie belasten die Umwelt schon bei der Herstellung erheblich - und beim Entsorgen meist noch mehr.

Das ökologische Weihnachtsessen - gut, lecker und umweltbewusst

Schlemmen gehört an Weihnachten für viele dazu. Wer auf Herkunft und Herstellung der Lebensmittel achtet, tut sich selbst und der Natur etwas Gutes. Unsere Vorschläge:

• Bioprodukte und Lebensmittel aus regionaler Erzeugung sind eine gute Wahl, auch bei
   Lebkuchen, Adventskalendern und Schoko-Nikoläusen.
• Nur saisonale Produkte kaufen und Erdbeeren und Co. weglassen.
• Warum nicht mal auf Fleisch oder andere tierische Produkte verzichten und Weihnachten
   vegetarisch oder vegan feiern?
• Auch wenn es reizt: Nicht zu viel einkaufen, um nach den Feiertagen nichts wegwerfen zu müssen.
• Beim Kochen oder Backen kann man Energie und Geld sparen: Töpfe immer verschließen, die
   passende Topfgröße für die Platte wählen und den Ofen schon vor Ende der Garzeit ausschalten
   um die Nachwärme zu nutzen.

Die schönsten Weihnachtsgeschenke - nachhaltig, ökologisch und von Herzen

Nicht nur, dass es jedes Jahr schwieriger wird, sich etwas Originelles einfallen zu lassen. Viele der Geschenke landen direkt im Keller oder Dachboden und Spielzeug versinkt in den Tiefen des Kinderzimmers. Wer bewusst schenkt, denkt auch daran, wie viel Energie für Herstellung, Transport und Entsorgung verbraucht wird und wie die Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten sind. Unsere Tipps für nachhaltiges Schenken:

• Mit Zeit und Selbstgemachtem kann man Aufmerksamkeit schenken. Es gibt viele Möglichkeiten:
   einen Gutschein fürs Babysitten, der Mutter ein 4-Gänge-Menü kochen, einen gemeinsamen
   Ausflug, Gebackenes oder Eingemachtes, Gestricktes oder Gehäkeltes oder etwas Recyceltes
   aus Dingen, die man zu Hause hat.
• „Grüne“ Geschenke ergeben doppelt Sinn: Energiesparlampen für die neue Wohnung, die
   Mitgliedschaft fürs Car-Sharing, eine Bahncard oder den Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter
   erfreuen den Empfänger und die Umwelt.
• Soziale Einrichtungen und Hilfsorganisationen brauchen das ganze Jahr Unterstützung. Wer an
   Weihnachten an sie denkt, kann zum Beispiel im Namen des Beschenkten Geld spenden oder
   eine Mitgliedschaft abschließen.
• Lokale und kleine Händler bevorzugen: Nicht nur, dass man bei regionalen Einkäufen die Umwelt
   schützt, weil man lange Transportwege vermeidet. Man unterstützt auch Kleinunternehmen und
   ihre Ideen, die häufig einzigartig sind.
• Beim Kauf auf Öko-Siegel und Fairtrade-Produkte achten. Denn nicht nur, wer das Geschenk
   bekommt, soll sich freuen, sondern auch, wer es hergestellt hat. Holzspielzeug sollte mit dem
   FSC- oder PEFC-Label ausgezeichnet sein bzw. das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.
   Plastikspiele und alles, was Batterien braucht, sollten vermieden werden. Und: Auch gebrauchte
   Spielsachen erfreuen Kinderherzen. Warum nicht einfach mit anderen Familien tauschen?
• Nicht gewollte oder nicht passende Geschenke kann man in Internet-Tauschbörsen eintauschen,
   weiterschenken oder auf dem Flohmarkt verkaufen. Oder man schmeißt eine (Silvester-)Party,
   zu der jeder Gast ein Geschenk mitbringt, das er eintauschen will.

Weihnachtsgeschenke online oder lokal kaufen – ein Vergleich

online

  • + bequem und schnell

    + viel Auswahl und einfacher Preisvergleich

    + klimafreundlicher als selbst mit dem Auto
       einzukaufen

    -  ggf. negative Ökobilanz und/oder unfaire
       Arbeitsbedingungen bei im Ausland
       hergestellten, nicht „fair“ gehandelten
       Produkten

    -  beim Kauf über internationale Händler fließen
       Erträge und Steuern meist ins Ausland

lokal

  • + klimafreundlich bei Nutzung von öffentlichen
       Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad

    + lokale Anbieter und Hersteller werden
       unterstützt und können so ihre Existenz
       sichern

    + Steuern fließen in die eigene Gemeindekasse
       und kommen (zumindest indirekt) lokalen
       Projekten zu Gute

    + Unikate und ausgefallene Geschenke, die
       nicht aus Massenproduktion stammen

    -  zeitaufwändig und eventuell stressig

    -  Transport muss (häufig) selbst übernommen
       werden























Geschenkverpackungen: Weniger ist mehr!

Zeitungspapier oder gebrauchtes Geschenkpapier eigenen sich bestens und werden besser mit Schnüren oder wiederverwendeten Bändern befestigt anstatt mit Klebestreifen. Auch wer das Geschenk als Packung verwendet erntet Anerkennung. Waschlappen, Geschirrtücher oder Stoffbeutel können beispielsweise perfekt gefüllt werden.

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Wusstest Du, dass...
  • 1) in Deutschland jährlich rund 5 Mrd. Euro für Verlegenheitsgeschenke ausgegeben werden (laut Studie der GfK)?
  • 2) in deutschen Haushalten pro Kopf und Jahr Lebensmittel im Wert von 200 – 260 Euro weggeworfen werden?
  • 3) zwischen November und Weihnachten rund 10 Mio. Gänse auf deutschen Tellern landen, die massenweise importiert und gemästet werden?
  • 4) Lametta aus Blei (erkennbar an der Bezeichnung Stanniol) nicht in den Hausmüll gehört, sondern beim Wertstoffhof abgegeben werden muss?
  • 5) Joghurtbecherdeckel oder die Innenseiten von Schaumkussverpackungen sich wunderbar zum Basteln von glitzernden Weihnachtsdekorationen eignen?

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