Mit Patenschaften Biobetriebe unterstützen
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Ihr braucht im Laufe des Jahres noch eine Geschenkidee für Naturfans oder Biobewusste? Wie wäre es mit einer Kuhpatenschaft, Schweineaktie oder einem eigenen Bio-Orangenbaum? Dann können sich Natur, Tier und Biobetrieb mitfreuen.

03.01.2017 Dr. Dietrich Schulz ist seit über einem Jahr Pate von Sissi, einer hübschen braunen Milchkuh vom Biolandhof Gasswies in Südbaden. "Meine ehemaligen Kollegen haben mir die Patenschaft zum Eintritt in den Ruhestand geschenkt. Ich bleibe dabei und habe vor kurzem verlängert." Der 65-Jährige hatte schon bei seiner Arbeit im Umweltbundesamt mit den Umweltwirkungen der Landwirtschaft und mit dem Ökolandbau zu tun. "Das ist jetzt meine persönliche Ökoförderung, über den Kauf von Bioprodukten hinaus", erklärt der Biologe, der dafür 120 Euro pro Jahr hinblättert. Die meisten Patenschaften laufen über ein Jahr.

Der Bauernhof Gasswies investiert das Geld seiner Patinnen und Paten in eine tierfreundliche Milchkuhhaltung mit muttergebundener Kälberaufzucht. "Auch in einem ökologischen Betrieb kann man oft noch mehr für Tierwohl und Landschaftsschutz machen als unbedingt notwendig wäre", findet Bäuerin Silvia Rutschmann.

Patenschaften für Biokühe

Die bayrische Biomolkerei Andechser vermittelt für knapp 100 Euro im Jahr Kuhpatenschaften ihrer Lieferanten. "Mit der Kuhpatenschaft bringen wir Stadt und Land zusammen. Wir informieren die Menschen 'spielerisch' auf emotionaler Ebene über die Besonderheiten und Bedeutung des ökologischen Landbaus. Zudem wird damit die ökologische Wirtschaftsweise der Biobauern unterstützt", erklärt Kristina Thurner vom Marketing der Molkerei.

Als Dankeschön für eine übernommene Patenschaft erhalten die Patinnen und Paten einen Steckbrief mit Bild ihrer Kuh, regelmäßige Informationen über Tier und Hof sowie zweimal jährlich ein Genusspaket mit Biomilchprodukten. Nach Absprache mit dem Betrieb kann man eine Patenkuh natürlich auch besuchen. Außerdem lassen sich Patenschaften gut verschenken: "Das ist ein besonderes Geschenk, nicht 'von der Stange', woran man das ganze Jahr Freude hat," so Kristina Thurner.

Schweineaktie und Hühnerpate

Auch für andere Tierarten lassen sich Patenschaften übernehmen. Wieso nicht mal zur Abwechslung in Bioschwein-Aktien investieren? Das bietet zum Beispiel der Rotthoffs Hof der Bottroper Werkstätten an. Hier kümmern sich vor allem Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen um die Borstentiere. Für 280 Euro lässt sich eine Aktie im Wert von einem halben Bioschwein erwerben. Nach dem Schlachten darf die Aktionärin oder der Aktionär rund 45 Kilogramm Schweinefleisch mit nach Hause nehmen.

Wer lieber frische Bioeier mag, freut sich über eine Hühnerpatenschaft. "Durch die Patenschaften fragen sich die Kundinnen und Kunden nun eher: Wie entsteht 'mein' Ei eigentlich und was kostet das? Das Ei wird plötzlich persönlich und bekommt sozusagen ein Gesicht", erklärt Ina Stock-Tonscheid, Inhaberin von Hof Stock in Sprockhövel. Bei dem Biobetrieb im Ruhrgebiet gibt es für rund 180 Euro im Jahr eine Hühnerpatenschaft inklusive der gelegten Eier (im Schnitt 350 Eier pro Jahr). Anschließend kann man das Huhn gegen eine kleine Schlachtgebühr als Suppenhuhn bekommen.

Baumpate werden

Im Kommen sind auch Baumpatenschaften. Eine Patenschaft für einen Obstbaum können Interessierte für 36 Euro pro Jahr beim Hof Gasswies erwerben. "Dank größerer Reihenabstände sind die Bäume weniger krankheitsanfällig und wir können Aufwendungen für Pflanzenschutz reduzieren. Die extensive Nutzung bringt aber geringere Erträge pro Flächeneinheit", erklärt die studierte Garten-und Landschaftsarchitektin Silvia Rutschmann. Zurzeit seien Patenschaften die einzige Möglichkeit, die geringeren Erntemengen solcher umweltschonenden Produktion zumindest etwas auszugleichen.

Das spanische Crowdfarming-Unternehmen Naranjas del Carmen pflanzt und pflegt im Auftrag ihrer meist deutschen Kundinnen und Kunden Orangenbäume. Das kostet im ersten Baumpflanzjahr 80 und jedes weitere Jahr dann noch 60 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Versand der Früchte von Spanien nach Deutschland. Baumbesitzerinnen und Besitzer können jährlich mit rund 80 Kilogramm Bioorangen rechnen. Auch Bienenvölker kann man beim Crowdfarmer adoptieren. Als Gegenleistung gibt es Biohonig und ein gutes Ökogewissen. Schließlich sichert jede Patenschaft Bienenleben. Das gute Gefühl etwas für Natur, Tiere und ökobewusste Menschen zu tun, gibt es natürlich bei allen Patenschaften gratis dazu.
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © pixabay
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