Mit Biozierpflanzen in die Saison starten
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Lust auf frisches Grün und bunte Blumen in Bioqualität? Im Frühjahr haben immer mehr Gärtnereien und Naturkostläden neben Biokräutern auch Bierzierpflanzen im Programm.

20.04.2017 Biozierpflanzen schlagen im Markt langsam Wurzeln: Laut der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) ließen sich 2016 mit Biozierpflanzen sieben Millionen Umsatz erwirtschaften. Mittlerweile gibt es Blumenzwiebeln, Stauden aller Art, Rosen und sogar Sträucher und Schnittblumen aus ökologischem Anbau. Im Frühling kommen vermehrt getopfte Frühlingsblumen in Naturkostläden oder auf die Wochenmärkte. "Wir machen inzwischen das ganze Beet- und Balkonpflanzen-Sortiment in Bio. Wir bieten sowohl Klassiker wie Primeln und Petunien als auch Dahlien in verschiedenen Farben oder Hängebambus an", berichtet Klaus Umbach, der seine Gärtnerei in Heilbronn auf Bioland umgestellt hat. Aber auch in einigen Gartenfachmärkten und im Online-Handel lassen sich Biozierpflanzen erwerben. Zu erkennen sind die Biopflanzen am EU-Bio-Logo und den Siegeln der Anbauverbände: Bioland, Naturland und Demeter. Genau wie bei Lebensmitteln ist der Begriff "Bio" auch bei Stauden, Schnittblumen und Topfpflanzen nach den EU-Rechtsvorschriften für ökologischen Landbau geschützt.

Was ist Bio an Zierpflanzen?

Ökogärtnereien dürfen weder Kunstdünger noch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verwenden. Um die Moore zu schützen, setzen sie möglichst wenig Torf ein und experimentieren mit verschiedenen Torfersatzstoffen. In den Blumentopf kommt meist ein Mix aus unterschiedlichen Substraten: Das kann eine Mischung aus Kompost, Holzfasern, Tongranulat und Torf sein. Als organische Dünger dienen zum Beispiel Hornspäne, Naturkalk, Gesteinsmehle, aber auch innovative, regionale Dünger wie Schafwollpellets. Bei den langsam wirkenden organischen Düngern müssen sich die Topfpflanzen besonders anstrengen, um an die Nährstoffe im Substrat zu gelangen. Dadurch bilden die Jungpflanzen viele Wurzeln, was sie später im Beet oder Balkonkasten schnell anwachsen lässt. Gegen Pflanzenkrankheiten und Schädlinge helfen Nützlinge im Gewächshaus und biologische Präparate. Ansonsten ist wie bei Menschen Vorsorge gefragt. Damit die Biogewächse fit und robust bleiben, bekommen sie regelmäßig Pflanzenstärkungsmittel. Diese stärkenden Cocktails enthalten verschiedene Pflanzensäfte und -öle, aber auch Mikroorganismen und homöopathische Mittel.

Pflanzen nicht künstlich klein halten

Ein weiterer großer Unterschied ist, dass in der Biogärtnerei Stauchmittel tabu sind. Diese chemischen Wachstumsregulatoren dienen im konventionellen Gartenbau dazu, dass die Topfpflanzen nicht in die Länge schießen, sondern schön kompakt wachsen. Den Verzicht auf Chemie müssen Biogärtnerinnen und -gärtner mit einem grünen Daumen ausgleichen: So sorgen beispielsweise eine optimale organische Düngung und eine angepasste Bewässerung sowie Pflanzenstärkungsmittel für ein kompaktes Wachstum der Biozierpflanzen. "In der Biogärtnerei ist es nicht damit getan, einfach etwas wegzulassen. Die Umstellung von konventionell auf Bio ist ein Systemwechsel. Biogärtner müssen ihre Pflanzen immer genau im Blick behalten und mehr Zeit und Arbeit investieren als ihre konventionellen Kollegen. Dafür müssen die Biogärtner nicht mit giftigen Substanzen im Gewächshaus hantieren", bilanziert Andrea Frankenberg, Koordinatorin vom Bio-Zierpflanzenprojekt.

Warum Bio kaufen?

Dank ihrer naturnahen Aufzucht sind Biozierpflanzen robust und frei von Rückständen. Das ist nicht selbstverständlich, wie Greenpeace festgestellt hat: von den 2014 untersuchten Blumen und Zierpflanzen aus Gartencentern, Bau- und Supermärkten waren drei viertel mit bienengefährdenden Pestiziden belastet. "Erfreulicherweise haben sich die Baumärkte inzwischen verpflichtet, keine bienengiftigen Pestizide mehr zu verkaufen. Außerdem verlangen sie von ihren Lieferanten, Zierpflanzen nicht mehr mit bienengiftigen Pestiziden zu produzieren", berichtet Christiane Huxdorff von Greenpeace. Aber andere chemische Pflanzenschutzmittel kommen nach wie vor zum Einsatz.

Dagegen lassen sich mit essbaren Bioblüten sogar Speisen verzieren und würzen. Attraktiv für den Balkon sind die von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Heidelberg empfohlenen Naschkästen. Dazu einfach Blumen mit Erdbeeren oder Kräutern gemeinsam in den Balkonkasten setzen. Oder den Blumenkasten mit Cocktailtomaten oder bunten Chilis aufpeppen.

Biozierpflanzen haben immer Saison

Mittlerweile gibt es Zierpflanzen aus ökologischem Anbau für das ganze Jahr: Nach den Frühlingsblumen entfalten im Mai und Juni Biopfingstrosen, Iris und Rosen ihre Blütenpracht. Im Herbst zieren bunte Biogräser, Astern und Chrysanthemen Balkon und Garten. Christrosen aus ökologischem Anbau runden das Biogartenjahr ab. Natürlich kann man sich auch Biozimmerpflanzen ins Haus holen. Allerdings ist die Auswahl noch überschaubar. Als Pioniere sind Alpenveilchen, Weihnachtssterne und Grünpflanzen wie Grünlilien auf dem Markt.

Wie schnell das Angebot wächst, hängt davon ab, ob die Verbraucherinnen und Verbraucher Biozierpflanzen ebenso gut annehmen wie Biokräuter.
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © pixabay
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