Mangelernährung verzögert kindliche Entwicklung
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Auswirkungen auf Lernfähigkeit und Sozialverhalten

28.04.2017 Wenn Kinder in den ersten fünf Lebensjahren unter Hunger oder einer mangelhaften Ernährung leiden, fällt ihnen beim Übergang in die Schule das Lernen schwerer. Auch die soziale Entwicklung ist häufig verzögert, lassen die Ergebnisse einer gemeinsamen Studie der Universitäten Georgetown und Virginia in den Vereinigten Staaten vermuten.

In den USA ist fast jeder fünfte Haushalt mit Kindern von einer sogenannten Nahrungsunsicherheit betroffen, erklären die amerikanischen Wissenschaftler. Das bedeutet, die Kinder haben nicht genug zu essen oder es fehlen hochwertige Lebensmittel für eine gesunde Ernährung und einen aktiven Lebensstil.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler Kinder von 3.700 Haushalten mit einem geringen Einkommen in den ersten fünf Lebensjahren begleitet. Anhand von Elternbefragungen beurteilten sie im Alter von 9 Monaten, 2, 4 und 5 Jahren die Ernährungssituation der jungen Probanden. Falls eine „Nahrungsunsicherheit“ vorlag, wurde der Zeitpunkt bestimmt und das Ausmaß eingeschätzt. Mit dem Eintritt in die Vorschule machten die Wissenschaftler Tests zu den geistigen und sozial-emotionalen Fähigkeiten der inzwischen 5- bis 6-Jährigen. Sie bekamen zum Beispiel einfache Rechen- und Leseaufgaben und ihr Sozialverhalten, die Konzentrations- und Lernfähigkeit wurden untersucht.

Das Fazit: Wenn Kinder mangelernährt sind, verzögert sich ihre geistige und sozial-emotionale Entwicklung. Dabei spielt der Zeitpunkt eine große Rolle, schreiben die Autoren in der Fachzeitschrift „Child Development“. Im Säuglings- und Kleinkindalter war eine Mangelernährung deutlich schädlicher als im Vorschulalter. Wenn Kinder mehrere Phasen von Nahrungsunsicherheit erlebten, zeigten sich die negativen Auswirkungen mit dem Eintritt in die Vorschule noch deutlicher.

Vermutlich ist das Gehirnwachstum durch den Nährstoffmangel beeinträchtigt. Häufig zeigen die betroffenen Kinder auch eine erhöhte Reizbarkeit und Müdigkeit, was die Leistungen herabsetzt. Außerdem können die finanziellen Schwierigkeiten die Eltern-Kind-Beziehung stören. Das hätte wiederum Folgen für die sozial-emotionale Entwicklung. Allerdings lässt sich nicht ausschließen, dass weitere Faktoren die geistigen und sozialen Fähigkeiten der Kinder beeinflusst haben. Das sollen weitere Studien klären. Dennoch seien die Ergebnisse besorgniserregend. Die Autoren setzen sich für geeignete Hilfsprogramme ein, um die Ernährung von Kindern in sozial benachteiligten Familien zu verbessern.

Weitere Informationen: Heft „Das beste Essen für Kleinkinder – Empfehlungen für die Ernährung von 1- bis 3-Jährigen“
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Quellen:
Heike Kreutz, www.bzfe.de
Bild: © pixabay
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