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Fleisch-Kennzeichnung nach dem Eierprinzip?

08.12.2016 „Zwanzig Prozent unserer Klimaemissionen pro Kopf entfallen auf die Ernährung“, bilanziert Reinhild Benning. Die Agrarexpertin der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch referierte auf Einladung der Stuttgarter Umweltverbände, wie Verbraucher und Landwirtschaft die Pariser Klimaziele gemeinsam erreichen können. Während es bisher keine politische Einigung über den Abbau von Tierbeständen noch konkrete Ziele für die Landwirtschaft gebe, könnten Verbraucher durchaus etwas tun: vor allem weniger tierische Produkte essen, so Benning. Denn 71 Prozent der Klimaemissionen aus der Landwirtschaft stammten aus der Tierhaltung. „Während wir Deutschen ungefähr die Hälfte unserer Kalorien aus tierischen Lebensmitteln aufnehmen, sind es in Italien nur rund ein Viertel“, so Benning. Zwar sei der Fleischkonsum bei uns schon leicht auf knapp 60 kg pro Jahr und Kopf zurückgegangen. Dieser „Fortschritt“ werde allerdings durch den Fleischexport wieder aufgefressen.

Damit Verbraucher ein klima- und tierfreundlich produziertes Fleisch auch erkennen können, plädieren Umwelt- und Tierschutzverbände für eine Kennzeichnungspflicht wie bei Eiern. „0 wäre Fleisch aus Biohaltung, 1 Prämienstufe mit Weide und Stroh, 2 Einstiegsstufe mit mehr Stallplatz pro Tier und 3 der gesetzliche Mindeststandard“, erklärte Benning. „Bei den Eiern haben wir gesehen, dass so eine Kennzeichnungspflicht am Markt Berge versetzen kann. Es gibt heute kaum noch Käfigeier.“

Laut Statistik geht rechnerisch jedes fünfte Schwein und jedes dritte Huhn in den Export. Davon profitierten jedoch nicht die hiesigen Landwirte, sondern die fleischverarbeitende Industrie. Aus Klimasicht auf viel besserem Boden stehe der ökologische Landbau, so Benning. Das läge an der geringeren Tierdichte, der flächengebundenen Tierhaltung und der Weidehaltung, die zum Grünlanderhalt beitrage.

Weitere Informationen: aid-Heft „Mein Essen – unser Klima“
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Quellen:
Jutta Schneider-Rapp, www.aid.de
Bild: © pixabay
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