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Zeitfenster statt Stichtag für den Start

06.01.2017 Beikost sollte frühestens mit Beginn des 5. Monats und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats eingeführt werden, empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben. Entscheidend ist die individuelle Entwicklung des Babys. Mit der Botschaft „Zeitfenster statt Stichtag“ kann man Gelassenheit ins Thema bringen.

Muttermilch deckt im Allgemeinen den Nährstoffbedarf in den ersten 6 Lebensmonaten. Manche Babys sind bereits früher reif für die Beikost. Das empfohlene Zeitfenster für die Beikost-Einführung – zwischen Beginn des 5. Lebensmonats und Beginn des 7. Lebensmonats – berücksichtigt den Nährstoffbedarf des Kindes, individuelle Unterschiede in der motorischen Entwicklung, Aspekte der sensorischen Akzeptanz und der Allergieprävention. In diesem Zeitraum mit Beikost anzufangen, ist sicher und hat keine gesundheitlichen Nachteile. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer wissenschaftlichen Stellungnahme. Vor dem Beginn des 5. Lebensmonats sollte es aber nicht losgehen. Denn erst ab einem Alter von 4 Monaten sind Nieren und Verdauungstrakt bei reif geborenen Säuglingen ausreichend entwickelt, um Beikost überhaupt verdauen zu können. Auch nach Einführung der Beikost soll weiter gestillt werden.

Das Baby zeigt, wann es bereit für den Brei ist. Entsprechend gibt es nicht „den einen“ Starttermin, der für alle optimal ist. Entscheidend ist die Reife des Kindes. Eltern sollten den Zeitpunkt für die Einführung der Beikost von den Signalen des Kindes abhängig machen, d. h. von seiner Essfähigkeit, seinem Gedeihen und seinem Interesse für Beikost. Diese Reifezeichen weisen auf einen günstigen Zeitpunkt für den Beikost-Start hin:

• Das Baby kann mit Hilfe aufrecht sitzen und den Kopf selbstständig halten.
• Es interessiert sich dafür, was Eltern, Geschwister und andere Personen essen.
• Es verlangt nach dem, was andere essen.
• Es öffnet den Mund, wenn der Löffel kommt.
• Es drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund.

„Eltern brauchen nicht ständig auszutesten, ob ihr Kind bereits Brei möchte. Das Zeitfenster von rund 60 Tagen gibt ihnen die Möglichkeit, gelassen abzuwarten, bis ihr Kind von sich aus die Bereitschaft für feste Nahrung zeigt“, erklärt Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben.

Mehr Informationen gibt es online unter: www.gesundinsleben.de/nachgefragt-beikosteinfuehrung

Weitere Informationen:

Die kompletten Handlungsempfehlungen „Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen“ von Gesund ins Leben sind im Internet abrufbar unter: www.gesund-ins-leben.de/fuer-fachkraefte/handlungsempfehlungen/erstes-lebensjahr

Über Gesund ins Leben:

Gesund ins Leben ist ein Netzwerk von Institutionen, Fachgesellschaften und Verbänden, die sich mit jungen Familien befassen. Das Ziel ist, Eltern einheitliche Botschaften zur Ernährung und Bewegung zu vermitteln, damit sie und ihre Kinder gesund leben und aufwachsen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert Gesund ins Leben als Teil des Nationalen Aktionsplans IN FORM: www.gesund-ins-leben.de

Über IN FORM:

IN FORM ist Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung. Sie wurde 2008 vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiiert und ist seitdem bundesweit mit Projektpartnern in allen Lebensbereichen aktiv. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern. Weitere Informationen unter: www.in-form.de
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Quellen:
Andrea Fenner, www.aid.de
Bild: © pixabay
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