Gesund essen lernen im Säuglingsalter
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Beratungsstandard mit Empfehlungen aktualisiert

13.10.2016 Was ein Säugling im ersten Lebensjahr trinkt und isst, beeinflusst seine Entwicklung. Auch wie Eltern auf Hunger- und Sättigungssignale ihres Kindes reagieren und wie sie die Mahlzeiten gestalten, ist bedeutsam. Damit können sie ein gesundes Essverhalten fördern, was wiederum Übergewicht vorbeugen kann. Die aktualisierten bundesweit einheitlichen „Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen“ des Netzwerks Gesund ins Leben zeigen Fachkräften in der Elternberatung, wie das Essenlernen auf vielfältige Weise unterstützt werden kann.

Essenlernen heißt für Säuglinge, vor allem einen Hunger- und Sättigungsrhythmus zu entwickeln. Über verschiedene Signale (z. B. durch Blickverhalten, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, mit Worten oder Lauten) teilt das Baby mit, ob es Hunger hat, essen will oder satt ist. Eltern sollten die Signale wahrnehmen, richtig interpretieren und entsprechend reagieren. Dieser wechselseitige Prozess zwischen Eltern und Kind heißt Responsive Feeding. Eltern sorgen für ein angemessenes Nahrungsangebot – jedoch entscheidet das Kind selbst, was und wie viel es trinkt und isst.

Ablenkungen während des Essens sollten vermieden werden und der Säugling nicht zum Essen gedrängt oder damit beruhigt werden. Wenn das Kind die Mahlzeit ablehnt oder sie früher abbricht, genügen ein bis zwei Versuche, es zum Essen zu ermutigen. „Extras“ als Ersatz sollten nicht angeboten werden.

Die Wahrnehmung von Hunger- und Sättigungssignalen hilft einer Überfütterung und potenziell übermäßiger Gewichtszunahme vorzubeugen. „Auch für eine gesunde seelische Entwicklung ist es von Bedeutung, die Signale des Kindes zu verstehen und sie richtig zu beantworten. Es stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind“, erklärt Ernährungswissenschaftlerin Maria Flothkötter, Leiterin des Netzwerks Gesund ins Leben.

Darüber hinaus sollten Säuglinge neue Lebensmittel entdecken und mit allen Sinnen erfahren können. Geschmacksvorlieben bilden sich durch wiederholtes Probieren. Für neue Lebensmittel heißt das: mehrmals ohne Zwang und mit Geduld anbieten. Lehnt das Kind sie ab, einfach zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten. Entscheidend ist es, schrittweise eine abwechslungsreiche Ernährung aufzubauen. Denn Geschmackserfahrungen der frühen Kindheit können sich auf spätere Geschmacks- und Lebensmittelvorlieben auswirken.

Gemeinsame entspannte Mahlzeiten machen nicht nur satt, sondern erfüllen auch das Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Zuwendung. Regelmäßige Mahlzeiten sind Rituale, die das kindliche Sicherheitsbedürfnis stillen, indem sie Strukturen und Verlässlichkeit schaffen. Das Kind lernt, dass es Zeiten zum Essen und Trinken und Zeiten für andere Aktivitäten wie Spielen, Krabbeln, Kuscheln, Nach-draußen-Gehen gibt.

Die aktualisierten Handlungsempfehlungen zur Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen des Netzwerks Gesund ins Leben werden von allen relevanten Berufsverbänden und Fachgesellschaften unterstützt. Der Beratungsstandard kann kostenlos online heruntergeladen werden oder als Sonderdruck gegen 3,00 Euro Versandkostenpauschale bestellt werden.
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Quellen:
www.aid.de
Bild: © pixabay
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