Erlebnisreise: Mit Kindern kochen
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Erlebnisreise: Mit Kindern kochen

28.06.2017 Bei seinen Mitmachprojekten begeistert BIOSpitzenkoch Dr. Harald Hoppe Kinder nachhaltig für Vollkornbrötchen oder Rohkost-Gemüseteller. Dabei setzt er auf schöne Erlebnisse. Die Kinder legen selber Hand an und erfahren ganz nebenbei den Zusammenhang zwischen einem Getreidekorn und dem fertigen Brot. Für uns hat er seine Ideenkiste geöffnet.

Der BIOSpitzenkoch befasst sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie sich Kinder und Jugendliche für gute vollwertige Ernährung motivieren lassen. "Das Argument `weil es gesund ist´, zieht bei Kindern nicht. Nur wenn sie mitmachen können verstehen sie seine Argumente für ausgewogene Mahlzeiten. Das bestätigen auch Studien zur Ernährungspsychologie. Wenn Kinder etwas Positives erleben, bleibt es nachhaltig hängen", sagt Dr. Harald Hoppe. Der Koch- und Ernährungsprofi hat mit der Cateringfirma Biond in der Schulverpflegung viel Erfahrung darin, nachhaltig zum guten Essen zu motivieren. Zum Beispiel in einem Backkurs, indem die Kids sogar Vollkornbrötchen schätzen lernen und lecker finden.

Kinder backen Vollkornbrötchen

Das eigentliche Thema des Kurses ist, ein positives Erlebnis und verständliche Inhalte zum Thema Vollkorn zu vermitteln. In der Bio-Schulverpflegung sehen wir leider immer wieder, dass Vollkornbrot oder -brötchen liegen bleiben. Die meisten Kinder essen am liebsten Brot aus Auszugsmehl", berichtet der BIOSpitzenkoch. Bei Hoppes Erlebnisschulung mahlen die Kinder als erstes Biogetreide mit ganz normalen Haushaltsgetreidemühlen mit Steinmahlwerk zu Mehl. "Dabei erzähle ich, wie das Korn wächst und über die vielen Nährstoffe, die im Getreidekeim und in den äußeren Schalen des Korns stecken. Sie erfahren von mir, dass das alles im Weißmehl nicht mehr zu finden ist." Das eindrucksvolle Aha-Erlebnis kommt aber erst im Anschluss, wenn die Kinder die Kleie aussieben. "Alleine über die Farbe erkennen sie den Unterschied zwischen Mehl aus dem ganzen Korn und dem hellen ausgesiebten Mehl." Anschließend setzen sie aus dem selbst gemahlenen Mehl einen Hefeteig an, formen daraus ihre eigenen Brötchen und sehen zu, wie sie im Ofen aufgehen. Dieser Part ist für den Biospitzenkoch sehr wichtig bei seiner Arbeit mit Kindern. Frisch und knusprig aus dem Ofen, bestrichen mit ebenfalls selbstgemachten Brotaufstrichen aus Linsen oder aus Käse, schmecken die Brötchen wie kein anderes vorher. "Niemand, wirklich niemand lässt sein Brötchen stehen. Die Kinder sind begeistert und in nur zwei Stunden haben wir sie nachhaltig für Vollkorn eingenommen", freut sich Hoppe.

Erlebnispädagogik auf dem Biohof

Bei den Kursen fällt dem BIOSpitzenkoch immer wieder auf, dass Kinder oft gar nicht mehr wissen, dass Brot und Brötchen aus Getreide bestehen. "Der Sinnzusammenhang zwischen dem Wachsen der Pflanzen, der Aufzucht von Tieren und dem, was sie essen, ist heute oftmals verloren gegangen. Ideal wäre ein Schulgarten, wo sie genau das lernen. Oder der regelmäßige Besuch auf einem Biohof, bei dem sie idealerweise sogar selber Hand anlegen können", sagt Hoppe. "Solche Erlebnisse sind unvergesslich und prägend."

Schulausflug zum Ökobauernhof

Viele Demonstrationsbetriebe im ökologischen Landbau laden interessierte Schulklassen ein, genau das zu erleben. Hier können sie den Fragen nachgehen, woher die Lebensmittel kommen oder wie moderne Ökolandwirtschaft aussieht. Bei der Aktion "Bauer mit Klasse" öffnen Biobäuerinnen und -bauern ihre Hoftüren für Schulausflüge. Auf einer interaktiven Karte können Eltern, Lehrerinnen und Lehrer passende Betriebe in der Nähe finden.

Bei einem Besuch auf einem Biobauernhofe erfahren Kinder und Jugendliche, wie Salat, Bohnen oder Getreide wachsen. Aber auch, dass es viel Pflege und Engagement bedarf, bis Lebensmittel im Biosupermarktregal landen. Bei Hofbesuchen kann ebenfalls erkundet werden, wie Biotiere gehalten und gefüttert werden müssen, um Milch oder Fleisch in Bioqualität zu liefern.

Mehr Rohkost in der Kita

Auch mit seiner zweiten Schulungsidee "Rohkost für Kindergartenkinder", hat der BIOSpitzenkoch sehr gute Erfahrungen gemacht und empfiehlt sie Eltern oder Kitas zum Nachahmen. "Mit dem Projekt Rohkost-Gemüseteller lassen sich die Kleinen schnell und unkompliziert für Gemüse wie Karotten und Kohlrabi oder Obst wie Äpfel oder Birnen begeistern", sagt Hoppe. Bewährt hat sich ein tägliches Ritual vor dem Mittagessen: Die Kleinen schneiden zusammen mit den Erzieherinnen oder Erziehern Gemüse und Obst zu Sticks und verspeisen diese anschließend zusammen. Hoppe empfiehlt, dabei mindestens eine Obstsorte und zwei bis drei verschiedene Gemüse auf den Tellern zu legen. "Kinder essen dann sogar Gemüse wie grüne Paprika oder Fenchel, die gekocht fast immer liegen bleiben. Gerade die Kleinen essen Obst und Gemüse nur gerne, wenn sie vorher die ganze Frucht gesehen haben. Das scheint intuitiv wichtig zu sein. Kindern erst das ganze Obst oder Gemüse zu zeigen und es dann gemeinsam mit ihnen zu schnibbeln, ist das überzeugendste Vorgehen, das ich für eine positive Ernährungsbildung kenne", sagt der BIOSpitzenkoch.

Essensideen, die Kinder lieben

Aus seiner großen Erfahrung in der Schulverpflegung, hat Hoppe auch noch andere Tipps zu bieten. Zum Beispiel beobachtet er, dass klein geschnittenes, aufgespießtes rohes Obst und Gemüse viel lieber gegessen wird als solches, das unzerteilt und lose angeboten wird. "Manchmal tauchen wir die Obstspieße zusätzlich an einem Ende in flüssige Schokolade. Auch das funktioniert besser als ohne und aus Ernährungsgesichtspunkten ist es kein großes Drama, dass etwas Schokolade dran ist. Denn dafür wird immerhin Rohkost gegessen."

Selbst bei den Formen haben Kids eindeutige Vorlieben. Kleine runde Formen kommen bei ihnen besonders gut an, weiß der BIOSpitzenkoch. "Statt einer großen Frikadelle legen wir immer mehrere kleine auf die Teller. Bei gekochtem Gemüse stechen wir mit dem Melonenausstecher häufig kleine runde Kugeln aus und auch Knödel servieren wir bei den Kindermenüs idealerweise als kleine Bällchen."
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © pixabay
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