Bio-Zertifizierung bei Events
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Für die Eventgastronomie mit Bioangebot gilt ein vereinfachtes Verfahren zur tages- oder wochenweisen Zertifizierung. Der Aufwand dafür ist gar nicht so groß, wie manche befürchten.

18.02.2017 Immer mehr Veranstalter von Straßenfesten, Märkten, Konzerten, Festivals oder anderen Events legen Wert darauf, ihren Besucherinnen und Besuchern eine nachhaltige und hochwertige Verpflegung mit Bioprodukten zu bieten. Generell gilt dabei: Wer beim Verkauf von Speisen und Getränken die Begriffe "Bio" oder "Öko" verwenden möchte, muss sich durch eine Kontrollstelle zertifizieren lassen. Für die Eventzertifizierung gibt es ein vereinfachtes und standardisiertes Verfahren, das die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllt. Inzwischen zeigen viele Beispiele, dass dies in der Praxis erfolgreich funktioniert:

So bieten die 50 Eventgastronomen des Tollwood-Festivals in München zweimal im Jahr für vier Wochen Speisen und Getränke in nahezu 100 Prozent Bioqualität für rund 1,5 Millionen Besucherinnen und Besucher an.

Beim Weltkindertag auf dem Potsdamer Platz in Berlin macht die die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) seit 2011 gute Erfahrungen mit den zuletzt rund 25 biozertifizierten Gastronomen. Auch für die Eventzertifizierung auf dem Kirchentag 2017 in Berlin organisiert die FÖL eine kollektive Anmeldung für die Gastronomen.

Auch bei Weihnachts- und Adventsmärkten – wie beispielsweise in Wien und Köln – wächst das Angebot an biozertifizierten Speisen und Getränken.

Kontrollverfahren für Events

Grundsätzlich gibt es für Gastronomen mit Biowaren auf Events zwei Möglichkeiten: Entweder sie sind bereits biozertifiziert und nehmen am regulären, jährlichen Kontrollverfahren teil; oder sie lassen sich für eine bestimmte Veranstaltung nur tage- oder wochenweise zertifizieren. Am Beginn steht deshalb immer die Frage, für welches Biokonzept sie sich entscheiden. Gerade für Einsteiger bietet die Eventzertifizierung eine große Flexibilität. Das dafür vorgesehene Verfahren folgt einem klaren Schema:

Kontakt mit einer Biokontrollstelle und Anmeldung

Wenn mehrere Gastronomen bei einem Event für das gastronomische Angebot sorgen, kann der Veranstalter dafür eine Sammelmeldung bei einer ausgewählten Kontrollstelle vornehmen. Dieses Formular muss dann von allen teilnehmenden Gastronomen unterzeichnet werden. Mit dieser kollektiven Meldung lässt sich der Aufwand für das Verfahren vereinfachen. In jedem Fall sollte bei einer Eventzertifizierung die Kontrollstelle möglichst frühzeitig – mindestens jedoch vier Wochen – vor der Veranstaltung kontaktiert werden.

Erstaudit

Nach Abschluss eines Kontrollvertrages zwischen __Gastronom(en) und der Kontrollstelle müssen alle notwenigen Angaben zum Betrieb, den Rezepturen und verwendeten Zutaten in Bioqualität erfasst werden. Der Caterer muss die Warenbeschaffung (durch Lieferbescheinigungen und Biozertifikate der Lieferanten) genau dokumentieren. Dann führt die Kontrollstelle vor Ort oder aufgrund der Dokumentenlage ein Erstaudit durch. Wenn alle erforderlichen Informationen vorliegen, erhält der gastronomische Betrieb eine Bescheinigung und grünes Licht für die Auslobung dieser Speisen beziehungsweise Getränke mit dem Biozeichen.

Nachkontrolle beim Event

Während der Veranstaltung müssen die Gastronomen damit rechnen, dass eine Person der Kontrollstelle vor Ort eine unangekündigte Inspektion vornimmt. Stimmen die verkauften Biogerichte mit den Angaben bei der Anmeldung überein? Kann der Eventgastronom stichprobenartig nachgefragte Zertifikate der Biolieferanten vorlegen? Zudem müssen die Bioprodukte am Veranstaltungsort in einem eindeutig gekennzeichneten und leicht nachvollziehbaren Bereich gelagert werden. Dies kann beispielsweise durch ausgezeichnete Regalbereiche mit einer farblichen Codierung und mit der Aufschrift "Bio" oder dem Biosiegel erfolgen.

Korrekte Kennzeichnung beim Verkauf

Bei einer Inspektion schauen die Kontrolleurinnen und Kontrolleure immer danach, ob die Biospeisen und –getränke gegenüber den Gästen korrekt ausgezeichnet sind. Wenn ein Gericht als "Biospeise" ausgelobt wird, müssen auch alle Zutaten wie Soßen, Beilagen, Gewürze und andere in Bioqualität verwendet werden. Erfahrungsgemäß gibt es hier bei Einsteigern oft noch Klärungsbedarf. Die Kontrollstellen, die Eventzertifizierungen durchführen, haben bei diesen Fragen jedoch viel Erfahrung und können an Hand von Beispielen zeigen, wie es geht. Das ist im Grunde nicht kompliziert. Doch es empfiehlt sich in jedem Fall, diese Dinge im Vorfeld gut zu besprechen. Dann gibt es bei der Nachkontrolle während des Events keine Probleme.
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL)
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