Bio - Kontrolle muss sein
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Kaum ein Bereich der Lebensmittelerzeugung ist so gut überwacht und kontrolliert wie die Herstellung von biologischen Lebensmitteln

03.12.2016 Die Begriff "Bio" und "Öko" sind durch die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gesetzlich geschützt. Wer sie verwenden will, muss strenge Standards einhalten und sich durch eine anerkannte Öko-Kontrollstelle zertifizieren lassen. Das Kontrollsystem sorgt dafür, dass wirklich Bio drin ist, wo Bio draufsteht.

Biokontrolle ist Voraussetzung für "Bio"

Alle Betriebe und Unternehmen, die pflanzliche oder tierische Lebensmittel erzeugen, aufbereiten oder importieren und diese mit dem Hinweis auf die ökologische Erzeugung vermarkten möchten, müssen sich kontrollieren lassen. Das fängt bereits beim Einkauf von Saatgut an, bei den Futtermitteln für die Tiere oder beim Dünger für den Acker. Die Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, festgelegt in der EG-Öko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007 mit ihren Durchführungsvorschriften, schreiben genau fest, wer kontrollieren darf, wie oft und in welchem Umfang Kontrollen bei Herstellern und auch in den Verarbeitungsbetrieben stattfinden müssen und was genau kontrolliert wird. Seit dem 1. Juli 2005 besteht auch eine Kontrollpflicht für Unternehmen, die Ökoprodukte lagern. Nur ein Lebensmittel, das den Kontrollprozess erfolgreich durchlaufen hat, darf "Bio" genannt bzw. als "Bio" verkauft werden. Ein eindeutiges Erkennungsmerkmal für ein kontrolliertes Biolebensmittel ist das auf der Verpackung aufgedruckte EU-Öko-Logo und die Codenummer der Kontrollstelle (DE-ÖKO-0??).

Wie wird kontrolliert?

In Deutschland erfolgt die Kontrolle durch zugelassene Kontrollstellen. Die Betriebe können frei wählen, welche Kontrollstelle sie beauftragen möchten. Die Kontrolleurinnen oder Kontrolleure vereinbaren jährlich einen Inspektionstermin mit der Betriebsleitung, die die erforderlichen Buchhaltungsunterlagen bereithält. Zusätzlich zu der angemeldeten Hauptkontrolle besuchen die Kontrolleurinnen oder Kontrolleure mindestens zehn Prozent der Betriebe im Rahmen von unangemeldeten Stichprobenkontrollen.

So eine Biokontrolle umfasst eine Besichtigung des gesamten Betriebes, also der Flächen, der Gebäude oder gegebenenfalls auch der Verarbeitungsbereiche. Dabei wird zum Beispiel darauf geachtet, dass die Haltungsbedingungen für Tiere den Ökovorschriften entsprechen, welche Reinigungsmittel auf dem Hof verwendet werden oder ob etwa die Verkaufsmengen eines Betriebes plausibel erscheinen. Alles wird genau in einem Prüfbericht festgehalten.

Biozertifikat muss sein

Jeder kontrollierte Biobetrieb, gleichgültig ob es ein Bauernhof oder zum Beispiel eine Biobäckerei ist, erhält ein Zertifikat (Konformitätsbescheinigung), das als Legitimation für die Bioerzeugung gilt. Ein Erzeugerbetrieb oder ein Hersteller, der nicht kontrolliert wird, darf seine Lebensmittel nicht mit Bio bewerben. Die Kontrollstellen halten diese Zertifikate online zur Einsicht bereit, so dass zum Beispiel weiterverarbeitende Unternehmen jederzeit prüfen können, ob ihre Rohstofflieferanten über gültige Biozertifikate verfügen.

Biokontrolle kostet

Klar ist: So ein aufwendiges Kontrollsystem verursacht zusätzliche Kosten. Nicht zuletzt aus diesem Grund sind biologische Lebensmittel in der Regel etwas teurer als nicht biologische Ware.
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © pixabay
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