Billige Nahrung – Teuer Erkauft
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Bauer unser – ein Spiegel unseres Konsumverhaltens

20.03.2017 „Bauer unser“, ein Film von Robert Schabus, hinterfragt kritisch, „was ist die Zukunft des Bauernhofes?“. Eine Frage, mit der sich der moderne Verbraucher in seinem täglichen Konsumverhalten selten konfrontiert sieht. Es werden die Abläufe groß- und kleinstrukturierter Landwirtschaften erläutert und Landwirte werden direkt befragt, wofür sie arbeiten. Doch bereits an dieser Stelle fallen die Antworten so verschieden aus wie es nur möglich ist. Auf der einen Seite steht der Bio Bauer aus Leidenschaft. Auf der anderen Seite der Großproduzent der versucht auf dem internationalen Markt den Kopf über Wasser zu halten.

Um 3.800 Liter Milch pro Tag produzieren zu können und bei den fallenden Milchpreisen trotzdem noch am Ende des Tages etwas übrig zu haben, muss der Milchbauer den Fokus weg vom Tier, hin zu einer objektivierten Produktion lenken. Wie kann ich meine Kuh möglichst günstig, möglichst gesund ernähren, um den Ertrag zu steigern?

Das geht weit über die Milchproduktion hinaus, hin zu Eiern und Fleisch. Massentierhaltung ist geradezu ein Unwort geworden, der Produzent versteckt sich hinter fadenscheinigem Unwissen. Das nutzt die Industrie aus. Auf dem freien Markt manipulieren sie bewusst das Konsumverhalten. Jeder Cent, der nicht für Lebensmittel ausgegeben wird, kann in andere Konsumgüter investiert werden.

Angebot und Nachfrage sind längst nicht mehr die marktbestimmenden Faktoren. International, global muss gedacht, neue Märkte erschlossen werden, Handelsabkommen wie TTIP werden abgeschlossen, um bereits bestehende Missverhältnisse zu verstärken. Denn so wird der Teufelskreis aus billigen Preisen und Landwirtschaften am Existenzminimum vorangetrieben. So kann Europa am globalen Trend Teil haben. Denn Zeit ist Geld. Schneller, größer und vor allem billiger, das ist der Trend, dem gefolgt werden soll.

Doch wie kann sich der einzelne Konsument gegen Manipulation und Schnelllebigkeit wehren? Es sind schon Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Steht man vor dem Regal im Supermarkt und hat die Auswahl, greift man reflexartig zum billigsten Produkt. Doch statt günstiger Eigenmarken können auch nachhaltige und fair gewonnene Produkte in den Einkaufswagen wandern. Es kann der direkte Kontakt zum Produzenten gesucht werden. Der kleine Hofladen um die Ecke bietet eine transparente Produktion, bei der Land und Tier im Vordergrund stehen. Die Konsumgesellschaft von heute muss die Gier und die Angst nicht genug zu bekommen abschalten. Durch weniger Verschwendung und Nachhaltigkeit ist genug für alle vorhanden. Wenn wir mehr für die Nachhaltigkeit und die Fairness bei Lebensmitteln ausgeben, tun wir nicht nur uns, sondern auch unserer Zukunft und der Zukunft unserer Welt etwas Gutes. Doch dieser Gedanke ist noch zu leise, um im internationalen Treiben von Politik und Lobbyismus gehört zu werden.

Jeder Einzelne entscheidet sich Tag für Tag für eine Seite. Denn wir stehen alle in der Verantwortung dafür, dass die Landwirtschaft in Afrika zusammen fällt, dass unser Bauer von nebenan sich nicht mehr halten kann oder dass Legehühner nur 37 Wochen zu leben haben.

Wenn wir bei heimischen Anbietern einkaufen, direkt vor Ort, hat auch die nächste Generation die Möglichkeit, Natur wahr zunehmen und es mal besser zu machen als wir.

So öffnet der neue Film von Robert Schabus die Augen. Lebewesen werden zu Waren auf dem Fließband, Bilder die sich einprägen und hoffentlich für ein Umdenken in der Bevölkerung sorgen.

Ab Donnerstag, 23. März 2017 in den deutschen Kinos!
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Quellen:
Christina Nied
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