Artgerechte Haltung von Hühnern
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Ökologische Hühnerhaltung

10.10.2016 Unsere Haushühner stammen von Wildhühnern ab. Das wilde Bankivahuhn gibt es auch heute noch in Südostasien. Wilde Hühner leben in kleinen Gruppen zusammen, die aus einem Hahn und mehreren Hennen bestehen. Tagsüber verbringen die Hühner die meiste Zeit mit der Nahrungssuche. Sie streifen gemeinsam umher und scharren und picken im Boden nach Insekten, Würmern, Samen und Knospen. Nachts sie flattern zum Schlafen auf höhere Äste von Büschen oder Bäumen. Dort sind sie geschützt vor Feinden wie dem Fuchs. Wildhühner legen nur zwei bis dreimal im Jahr Eier. Diese werden dann in einer Bodenkuhle, die mit Laub und Gras gepolstert wurde, ausgebrütet. Die Henne passt gut auf ihre Küken auf. Droht Gefahr, verstecken sich die Küken unter den Flügelfedern der Henne. Dort schlafen sie auch, bis sie alt genug sind, selbst auf Bäume zu flattern.

Domestizierung des Huhns

Schön die Jäger und Sammler freuten sich über das Fleisch der Wildhühner, und auch die Eier waren eine willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan. Vor etwa 3000 Jahren begann der Mensch, Hühner zu domestizieren. Gezüchtet wurde auf verschiedene Merkmale, zum Beispiel auf eine hohe Eier-Legeleistung oder einen guten Fleischansatz, aber auch auf Schönheit oder Kampfeslust.

Artgerechte Haltung von Hühnern

Die natürlichen Verhaltensweisen der Haushühner unterscheiden sich kaum von denen der Wildhühner. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau schreiben eine artgerechte Haltung der Tiere vor. Das heißt, dass die Tiere ihre arteigenen Verhaltensweisen ausleben können.

Auf Biohöfen haben Hühner immer einen Auslauf zur Verfügung. Hier können sie tagsüber herumlaufen und im Boden nach Nahrung scharren und picken. Außerdem haben sie hier die Möglichkeit, Sand- oder Staubbäder zu nehmen. Dazu legen sie sich alleine oder mit mehreren Artgenossen zusammen in eine trockene Bodenkuhle, wälzen sich darin herum und werfen Sand oder Staub über sich. So befreien sie ihr Gefieder von lästigen Parasiten. Nachts gehen die Hühner in der Regel von ganz alleine in ihren Stall, wo sie sich auf erhöhten Stangen zur Nachtruhe niederlassen.

Der Stall muss groß genug sein, dass sich Hühner "aus dem Weg gehen können". Hühner haben eine ausgeprägte Rangordnung, die auch "Hackordnung" heißt. Sie gehen miteinander nicht immer freundlich um und setzen gerne ihre Schnäbel ein, um ihre Rechte durchzusetzen.

In einem Biohühnerstall findet man einen eingestreuten Scharrraum, Wasserstellen, Sitzstangen und Kotplätze und einen überdachten Auslauf, der es den Tieren bei jedem Wetter erlaubt, Frischluft zu schnuppern und im Sand zu baden. In Legehennenställen gibt es natürlich auch Nester, in die die Hennen ihre Eier legen können. In einem Bio-Legehennenstall dürfen nicht mehr als 3.000 Hennen gehalten werden.

Gefüttert werden die Hennen überwiegend mit Futter, das auf dem eigenen Hof erzeugt wird. Sie bekommen meist Futtermischungen aus Getreide, Körnerleguminosen wie Ackerbohnen, Lupinen oder Erbsen, Ölsaaten wie Soja oder Sonnenblumen, Grünmehl und Pflanzenöl.

Der Stall auf Rädern: Das Hühnermobil

Immer häufiger findet man auf Biobetrieben eine mobile Hühnerhaltung. Das bedeutet, dass die Hühner in einem Stall auf Rädern leben, der auf einer Wiese aufgestellt wird. Das Hühnermobil wird regelmäßig auf neue Flächen gefahren, so dass die Hühner immer frisches Grünfutter bekommen. Die Verschmutzung der Flächen durch die Hühner ist gering und damit auch die Gefahr, dass sich die Hühner mit Krankheiten anstecken.

Legehennen und Masthühner

In der Landwirtschaft werden Hühner in der Regel gehalten, um entweder Eier oder Fleisch zu erzeugen. Für diese beiden Nutzungsarten wurden im Laufe der letzten Jahrhunderte hochspezialisierte Rassen gezüchtet, die häufig auch im biologischen Landbau eingesetzt werden. Die sogenannten Fleischrassen setzen viel Fleisch an, legen aber wenig Eier. Die Hühner von Legerassen legen viele Eier, bleiben aber sehr mager. Da die männlichen Küken von Legerassen weder Eier legen noch einen guten Fleischansatz haben, werden sie deshalb meist "nicht benötigt" und es ist leider gängige Praxis, diese zu töten.

Um dies zu ändern, gibt es in der biologischen Landwirtschaft verschiedene Initiativen. Eine Möglichkeit ist die Züchtung neuer Rassen, die sogenannten "Zweinutzungshühner". Hier werden die weiblichen Tiere gehalten, um Eier zu erzeugen, die männlichen Tiere werden gemästet. Beide Leistungen – also die Legeleistung und die Mastleistung – sind zwar geringer als bei den spezialisierten Rassen, dafür lassen sich jedoch alle Tiere nutzen.

An einer anderen Lösung forschen zurzeit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Durch die Geschlechtsbestimmung im Ei soll lange vor dem Schlüpfen erkannt werden, ob im Ei ein männliches oder weibliches Küken heranwächst. Die Eier mit den männlichen Küken werden gar nicht erst ausgebrütet, sondern zum Beispiel in der Futtermittelherstellung verwertet. Dieses Verfahren ist jedoch noch nicht ausgereift. Es wird in der Biobranche zum Teil kritisch gesehen, weil auch hier auf spezialisierte Hochleistungsrassen gesetzt wird. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau fordern jedoch den Einsatz von Rassen mit einer hohen Anpassungsfähigkeit an örtliche Bedingungen, um Gesundheitsprobleme zu vermeiden.

Wissenswertes über Hühner

Wie viele Eier legt eine Biohenne?
Eine Biolegehenne legt ungefähr 260 Eier im Jahr.

Wie lange dauert es, bis aus einem Ei ein Küken schlüpft?
Wenn eine Henne brütet, dauert es drei Wochen, bis aus dem Ei ein Küken schlüpft.

Was bedeutet der Eierstempel?
Im Laden findet ihr nur Eier, die einen Stempel tragen. Dieser verrät die Herkunft des Eies: Die erste Ziffer informiert über die Haltungsform. Die Ziffer "0" steht für ökologischen Landbau, die "1" für Freilandhaltung, die "2" für Bodenhaltung und die "3" für Käfighaltung. In den EU-Mitgliedstaaten ist die Haltung von Legehennen in kleinen Käfigen nicht mehr zulässig, in anderen Ländern allerdings gibt es weiterhin Käfighaltung.

Info: In der ökologischen Hühnerhaltung haben die Tiere Zugang zu einem Freigelände. Die Ställe sind groß und hell und haben einen eingestreuten Scharraum. Es dürfen nicht mehr als 3000 Tiere in einem Stall gehalten werden.
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Quellen:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) / ökolandbau.de
Bild: © pixabay
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